Bürger diskutierten mit der Polizei
05. April 2001
Kladower Bürger diskutierten in einer Forumrunde mit der Polizei über die Kriminalität
in Kladow.
Ca. 50 Anwohner folgten der Einladung des Leiter Hr. Uwe Pahl vom Polizeiabschnittes 23 an der Schmidt-Knobelsdorff-Str.
Anwesend waren ausserdem noch die Polizisten, bzw. Kontaktbereichsbeamten:
Fr.Deinhardt,
Hr.Hoppe, Hr.Drechsler, Hr.Möck, Hr.Schalein, sowie der Abgeordnete Peter Trapp und Spandaus
Bürgermeister Konrad Birkholz.
Zu den von Hr.Pahl aufgeführten Statistiken, war ersichtlich, dass unser Ortsteil Kladow im
Verhältnis zum restlichen Spandau eher eine untergeordnete Rolle spielt.
Zum Jahr 2000 sagt die Statistik über Kladow folgendes aus:
- 6 Raubtaten
- 0 Sexualdelikte
- 35 besonders schwerer Diebstähle aus Einfamilienhäuser
- 4 besonders schwerer Diebstähle aus Wohnungen
- 9 besonders schwerer Diebstähle aus Geschäfte
- 4 besonders schwerer Diebstähle aus Lauben
- 20 besonders schwerer Diebstähle von Kfz
- 43 besonders schwerer Diebstähle aus Kfz
- 34 Körperverletzungen in der Öffentlichkeit
- 14 Diebstähle von Fahrrädern
- 22 Nötigungen/Freiheitsberaubungen/Bedrohungen
Interressant war die Ausführung des Abschnittsleiters über die hohe Diebstahlsrate von
PKW`s im Jahre 94/95. Besonders betroffen davon war damals die Uferpromenade. Viele Fahrzeuge fand man später
im Brandenburgischen Raum wieder, vor allem in Werder.
Zum Thema Drogen konnte Hr.Pahl von ca. 15 Fällen berichten.

Über den sogenannte harten Kern von gewalttätigen Personen in Kladow sei gesagt, dass Sie
nicht nur registriert, sondern auch unter besonderer Beobachtung stehen. Bedauert wurde der enorme Stellenabbau
bei der Polizei. Ausgehen kann man davon, dass im Durchschnitt lediglich ein Funkwagen die 18,2 qkm
grosse Fläche von Kladow überwacht. (Abgesehen von den Zivilfahrzeugen). Hier muss gesagt werden:
eigentlich ein bischen spärlich, wenn man bedenkt der Funkwagen ist im Einsatz. Dann kann nur das
nächst frei Fahrzeug der Umgebung gerufen werden. Lediglich vier Fahrzeuge stehen dem Abschnitt 23
zur Seite.
Auf die Frage meinerseits, die Jugendlichen können nur der Langeweile, bzw. des Herumlungerns am
Kladower Dorfplatz entgehen, indem man Ihnen endlich ein paar Freizeitmöglichkeiten bietet, ist
niemand darauf eingegangen.(Wie üblich). Im Gegenzug kam sogleich eine Frage aus dem Publikum
über das Tiefbauamt
auf, welche dann endlich wieder ausführlich diskutiert werden konnte.
Mal Hand aufs Herz: was nutzen
uns Statistiken und Diskussionsrunden über gewalttätige Jugendliche, wenn das Übel
nicht dort angepackt wird, wo es sinnvoll ist. Es ist toll wenn über Zerstörungswut oder
Agressivität gesprochen wird, aber unternehmt endlich was für die Kids in unserem Dorf. Das
Jugendfreizeitheim ist eher etwas für die Jüngeren. Ausserdem wird es zu früh geschlossen.
In welchen Schubladen stecken denn die Zukunftsvisionen wie Inline-Skaterbahnen auf dem Flugplatzgelände
oder Skateboardrampen? Der einzige Basketballkorb, der auf dem Gelände der Kirche am Dorfplatz
war, ist vor ein paar Tagen abmontiert worden.
Unsere Jugendlichen brauchen eine Anlaufstelle, wo sie Musik machen, Partys veranstalten,
Billard spielen und quatschen können.
Kladow könnte z.B. auch eine Minigolfanlage gut zu Gesicht stehen. Zusammengefasst:
Es ist wirklich wie auf dem Dorf. Nämlich "Tote Hose."

Weiterer Punkt dieser Diskussionsrunde war noch die Parkraumbewirtschaftung unseres neuen Cladow Centers.
Dem wilden Parken auf dem Gelände selbst, steht die Polizei machtlos gegenüber (Ausnahme:
die Feuerwehrzufahrten), da sich das Gelände im Privateigentum befindet.
Die dort aufgestellten Verkehrsschilder sind ebenfalls vom Eigentümer dort angebracht
worden.
Lediglich bei dem beliebten Bürgersteigparken vor dem Einkaufszentrum, auf dem Kladower Damm, hat die
Polizei rechtliche Handhabe.

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