Einweihung der Kletterwand in der B.-Traven-Oberschule

vom 12.10.2001

Am Freitag, den 12.10.2001 ließ es sich Stadtrat Gerhard Hanke nicht nehmen, eine der größten Kletterwände in den Berliner Schulsporthallen einzuweihen. Mit über 40 qm Fläche ist diese Wand nicht nur ein imposantes Erscheinungsbild, sondern sollte gleichzeitig andere Schule dazu animieren, mit dieser Trendsportart nachzuziehen. Geplant ist, diese Wand nach und nach weiter auszubauen. Die Investition von ca. 12.000 DM sind sicherlich gut angelegt, konnte man die Begeisterung der Kids vor Ort miterleben, wie Sie sich sogleich ans erklimmen der Kletterwand heranwagten. Sicherlich würden Sponsorlogos an solchen Wänden nicht weiter stören, um finanzielle Partner für weitere Kletterwände zu finden.

Bernd Sieben öffnete zusammen mit Schulleiter Harald Kuhn und Stadtrat Gerhard Hanke um ca.12.30 Uhr symbolisch das Vorhängeschloß der Kletterwand, um die Sicherheitsmatten der Wand umzulegen.

Um auch anderen Spandauer kletterbegeisterten Jugendlichen und Erwachsenen das Indoorklettern zu ermöglichen, bietet die B-Traven-Oberschule mit Unterstützung des Bezirksamtes Spandau, dem VSJ/KiezSport Spandau und dem TSV Spandau 1860 ab dem 15.November 2001, immer donnerstags von 18.30 - 21.30 Uhr die Kletterwand in der Sporthalle zu nutzen.
Ziel ist in Zusammenarbeit mit Lehrern und Vereinen der Aufbau einer festen Kletterabteilung des DAV in Spandau!

Nun noch ein paar optische Eindrücke dieses Highlights in der B-Traven-Oberschule und am Ende noch die Rede von Schulleiter Harald Kuhn.

Bis bald, Euer Spandauer Internetmagazin.

Rede von Schulleiter Harald Kuhn anlässlich der Einweihung der Kletterwand.

Das Klettern wird von Kindern oft schon vor dem Gehen praktiziert. Auch bei älteren Kindern bleibt ein natürlicher Klettertrieb stark ausgeprägt, der aber in der heutigen Umwelt kaum ausgelebt werden kann, weil natürliche Klettermöglichkeiten immer seltener zu finden sind. Bietet sich den Kindern und Jugendlichen eine Klettergelegenheit, nehmen sie diese mit Freude und Begeisterung wahr.

Dies hat beispielsweise - wie Herr Sieben mir berichtete - auch die ungewöhnliche, erlebnis- und erfolgreiche Klettertour zum lth im Westerbergland gezeigt, die innerhalb der Trendsporttage Spandau vor einigen Wochen stattgefunden hat und an der u.a. auch Schülerinnen und Schüler unserer Schule teilgenommen haben.

Klettern in der Schule erschließt für viele Schülerinnen und Schüler zum ersten Mal vielfältige Erlebnis- und Erfahrungsräume, die ihnen sonst oftmals verschlossen bleiben.
Stimulation des Gleichgewichts, Koordinations- und Konzentrationsverbesserung sind wesentliche Aspekte von Kletteraktionen in der Schulsporthalle.
Schon seit vielen Jahren gehört das sogenannte Kistenturmklettern zum festen Bestandteil des Sportunterrichts an unserer Schule, von Spiel- und Sportfesten und von Tagen der Offenen Tür an der BTO, (wie z.B. heute im Anschluss an diese Veranstaltung).

Über die Sportjugend Berlin, mit der der Fachbereich Sport seit ca. 15 Jahren zusammenarbeitet und alljährlich stattfindende Bildungsseminare veranstaltet, in denen auch das Klettern an Klettertürmen und beispielsweise das Abseilen von der Stößenseebrücke einen breiten Raum einnimmt, gelang der Kontakt zum "Projekt Erlebnisräume" des Vereins für Sport und Jugendsozialarbeit e.V. (VSJ), einer Initiative der Sportjugend Berlin.
So baute also die damalige Klasse 7.4 von Herrn Sieben und Frau Toll eine mobile Boulderwand in den Treptower Werkstatträumen des VSJ, die seitdem das Angebot unserer Aktion "Aktive Pause" im Rahmen unseres "Anti-Gewalt-Konzepts" erfolgreich bereichert und im Arbeitslehre-Unterricht wurden von einem Kollegen mit Schülern der 9. Klassen im Bereich "Kunststoff" die Griffelemente geformt und gegossen.

Klettern als Pausensport und Inhalt des Sportunterrichts ist auch ein idealer Ausgleich zur starren Sitzhaltung im Unterricht. Das beim Sitzen oft extrem ungünstig belastete Rückgrat wird geschult und entlastet. Auch Gleichgewichtsgefühl und Körperbewusstsein werden gefördert. Von den Fingerspitzen bis in die Zehen werden alle Muskelgruppen beansprucht.
Durch Überkreuzbewegungen und -koordinationen, die notwendig sind, um über labile Bewgungsphasen wieder zu stabilem Halt an neuen Griffen und Tritten zu gelangen, werden beide Gehirnhälften gleichmäßig gefordert.

Und besondere Bedeutung gewinnt das Klettern auch dadurch, dass es für jedes Kind und für jeden Jugendlichen eine Herausforderung an sich selbst darstellt. Jede(r) kann ohne Konkurrenz mit anderen für sich allein klettern, eigene kleine und (vielleicht auch) größere Fortschritte erleben und durch kreative Bewegungslösungen auch schwierige Stellen überwinden. So gibt es keine Verlierer.
Und nicht zuletzt bieten sich vielfältige Möglichkeiten des gegenseitigen Helfens und Beratens - gerade eine Gesamtschule sollte sich immer wieder ihrer sozialen Lernziele bewusst werden.

Die B.Traven-Oberschule hat jetzt eine große Kletterwand, die kletterbegeisterten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in Spandau zur Verfügung steht.
Wir halten es für unbedingt wünschenswert, dieses Angebot mit anderen Kletterangeboten aus Spandau (Klettern im Südpark, Kletterturm im SportJugendClub in der Götelstraße) zu ergänzen und zu vernetzen.
Regelmäßiges, ganzjähriges Training ist jetzt durch diese Hallen-Kletterwand in Spandau möglich. Dies ist auch die Voraussetzung, die Sportart Klettern langfristig und qualitativ hochwertig anzubieten. Ziel ist in Zusammenarbeit mit Lehrern und Vereinen die Gründung einer Kletterabteilung des DAV (Deutscher Alpenverein).

Dies tolle Projekt war nur möglich durch das BIKUS-Projekt Schule-Verein, Deutscher Alpenverein, TSV Spandau 1860 und VSJ/KiezSport Spandau.

Wie Sie sehen, haben wir noch viel Platz an der Wand für weitere Kletterelemente.

Vielen Dank!


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